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Ameisenbekämpfung 

Schwarzgraue Wegeameise (lasius niger) nach oben
wegameise

  • in Deutschland am häufigsten auftretende Art
  • auch mattschwarze Wegameise oder Rasenameise genannt
  • Färbung: braun bis schwarz, Beine und Fühler rotbraun
  • Größe: Arbeiterinnen 3-5 mm, Königinn 15 mm
  • nistet im Freien in der Erde oder in Baumstümpfen, am Haus in Mauerspalten, unter Treppenstufen aber niemals im Haus
  • leben im Freien von Insekten, Würmern, süßen Pflanzensäften


Rasenameise (tetramorium caespitum) nach obenrasenameise

  • Arbeiterinnen 2-3,5 mm lang, braun bis dunkelbraun
  • Nester an sandigen, sonnigen Stellen in Gärten, an Wegrändern, unter Steinen und Platten
  • häufig mit Erdauswurf
  • leben von Zuckerhaltigen Substanzen und Fleisch
  • in älteren Gebäuden können sie Holz zerstören


Pharaoameise (monomorium pharaonis)pharoameise nach oben

  • Größe: Arbeiterinnen 2-2,5 mm, Königinn 4-5 mm, Männchen 3 mm
  • Färbung: bernsteingelb mit etwas dunklerer Hinterleibsspitze, Männchen sind schwarz
  • Entwicklung: geflügelte Geschlechtstiere werden das ganze Jahr hindurch produziert (Männchen periodisch in geringer Anzahl), d.h. kein Hochzeitsflug
  • eine Kolonie besteht aus einer bis meherere hunderte Königinnen und kann bis zu mehreren hunderttausend Einwohner aufnehmen, in Erscheinung treten nur etwa 10% der Nestbevölkerung
  • neue Kolonien entstehen durch Abspaltung
  • Vorkommen: stammt aus Afrika, Verbreitung nimmt weltweit ständig zu (durch Verbreitung feuchtwarmer Lebensräume wie z.B. Fern-u. Zentralheizungen, Wärmedämmungsmaßnahmen), also überall da, wo Heizungen und Boiler ganzjährig in Betrieb sind
  • zur Nahrungsbeschaffung legen sie Entfernungen von über 30m in orizotaler und vertikaler Richtung zurück
  • Pharaoameisen überleben bei ca. 18°C, Optimaltemperaturen liegen bei 27-32°C
  • Nahrung: sie sind Allesfresser, bevorzugen aber tierisches Eiweiß
  • Schaden: sie gelten als gefährliche Krankheitsüberträger und sind am infektiösen Hospitalismus mitschuldig, belaufene Nahrungsmittel werden


Bekämpfung der Wegameise nach oben 

  • bauen ihre Nester meist unter Gehwegplatten in der Nähe von Hauswänden
  • Steinplatten bieten Schutz und wirken als Wärmespeicher, die Sonnenstrahlung absorbieren und dann lange Wärme abstrahlen
  • Das sorgt für Umweltbedingungen mit konstanter Temperatur und Feuchte
  • die Kolonie kann sich rasch entwickeln
  • Mauerrisse und Dehnungsfugen bieten leichten Zugang ins Gebäudeinnere
  • Läßt man gewohnheitsmäßig Lebensmittel oder Lebensmittelabfälle über Nacht offen stehen, so werden herumlaufende Kundschafterameisen deren Geruch wahrnehmen und diese finden
  • Der Fundort wird schnell an andere Ameisen im Nest weitergemeldet
  • obwohl Ameisen zumeist als reines Sommerproblem betrachtet werden, fängt die überwinternde Königin, die sich im Herbst gepaart hat, bereits im Februar an, Futter zu suchen. Sie beginnt dann auch sofort mit der Eiablage und Koloniegründung
  • Gegen Winterende kann man häufig bereits deutliche Ameisenaktivität feststellen
  • Kolonien können unter günstigen Bedingungen den Winter überleben.
  • Hat eine Bekämpfungsmaßnahme eine Kolonie nicht völlig vernichtet, so können überlebende Ameisen diesen Nistplatz bald wieder besetzt haben
  • Aktive Kolonien findet man am besten an sonnigen Tagen, indem man die Ameisenstraßen bis zum Nest verfolg
  • Der Nestplatz ist normalerweise durch kleine Häufchen feiner Erde erkennbar, die zwischen den Steinplatten herausgedrückt wird
  • Bei der Bekämpfung mit Barrierespritzungen ist es extrem wichtig, diese Spritzstreifen lückenlos auszuführen
  • Ameisen können sehr leicht eine Lücke in der Barriere finden und nutzen.
  • Führt man die Spritzung sorgfältig und lückenlos innen und außen mit einem nachhaltig wirksamen Mittel durch, so kann mit guter Dauerwirkung gerechnet werden.


Köderdosen nach oben

  • Ameisenköder sollten nach einer Woche, besser jedoch bereits am nächsten Tag überprüft werden.
  • Haben die Ameisen den Köder gefunden?
  • Ist er deutlich angenommen worden? Wenn nicht, tauschen Sie den Köder gegen ein anderes Produktkoederdose aus
  • Falls Sie weitere Ameisenstraßen finden, bestücken Sie auch diese.
  • Köder können nicht funktionieren, wenn die Ameisen nicht daran fressen.
  • Plazieren Sie die Köder so nah wie möglich am Ameisennest
  • Ist eine akzeptable Futterquelle nahe beim Nest verfügbar, so wird diese wahrscheinlich nicht mehr belaufen
  • Wenn möglich, plazieren Sie Ameisenköder neben Stellen wo die Ameisenstraße aus der Wand oder einer Bodenfuge kommt
  • Plazieren Sie Köder möglichst entlang von Kanten und Ecken, da Ameisen gerne entlang solch ’struktureller Leitelemente’ laufen, z.B. Schrank- und Zimmerecken, Mauerrisse, entlang Winkeln, Kanten von Bauhölzern, dem Doppelklebeband unter der Teppichkante auf Kabeln, Rohren usw.
  • Plazieren Sie Ködor auch in elektrischen Steckdosen, insbesondere wenn es sich um Pharaoameisen handelt, da sich diese Art sehr häufig entlang der Elektroinstallation in Gebäuden verbreitet.
  • Handelsübliche Köderdosen passen nicht in Steckdosen. Besorgen Sie sich deshalb eine Gelformulierung, die Sie normalerweise in Plastikstrohhalmstücke abfüllen.
  • wichtig ist das Entfemen von alternativen Futterquellen in Form von Essenskrümeln, Fettbelägen usw.
  • Mangelhafte Beköderung ist ein weiterer häufiger Hauptfehler beim Einsatz von Ameisenködern. Jede belaufene Ameisenstraße muß beködert werden, da diese von einer separaten Kolonie stammen kann, besonders bei Pharaoameisen. Nachfolgeinspektionen sind wichtig, um neu entstandene Straßen zu entdecken.
  • Plazieren Sie Köder nie auf kürzlich mit Insektizid behandelten Flächen. Spritzen Sie auch nie über Köder hinweg.
  • Im Sommer muß unbedingt auch draußen beködert werden, ganz besonders bei Pharaoameisen, die in der warmen Jahreszeit regelmäßig auch außerhalb von Gebäuden auf Futtersuche sind. Auch hier muß an jeder Ameisenstraße eine Köderdose plaziert werden.
  • Bekämpft man Süßes bevorzugende Arneisenarten, so sind wahrscheinlich Herbst oder Frühjahr die wirksamsten Beköderrungszeiten. Im Frühjahr sind nämlich die Blattlauspopulationen noch sehr klein und im Herbst gibt es kaum noch nektarhaltige Blüten und andere pflanzliche Zuckerausscheidungen. Somit entfallen in diesen Jahreszeiten wesentliche Konkurrenzfutterangebote.
  • Einige Ameisenarten gehen einfach nicht an Köder und einige andere Arten sind mit dieser Technik nur sehr schwer in den Griff zu bekommen. Bei Paratrechina longicornis, Tapinoma melanocphalum, Camponotus (Roßameiscn), Iridomyrmex humilis (Argentinische Ameise) und Crematogaster laboriosa war die Bekämpfung allein mit Ködern schon immer problematisch.
  • Die Ameisen dieser Arten gehen zwar meistens an den Köder heran, fressen aber nicht stetig genug daran, um die Kolonie ausreichend zu schädigen. Die Industrie arbeitet ständig daran, wirksame Köder auch für diese ’schwierigen’ Ameisenarten zu entwickeln.


Bekämpfung und Vergrämung nach oben

  • Durch Bekämpfungsmaßnahmen die mit Sprüh-, Streich-, Nebel- und Stäubemitteln ausgebracht werden und die als Kontaktgifte wirken, lassen sich im offenen Raum lediglich die Ameisen Arbeitstiere erreichen.
  • Für den Betrachter ergibt sich hier vordergründig ein Bekämpfungserfolg, weil der mit Insektiziden kontaminierte offene Raum vorerst von Arbeitstieren nicht mehr belaufen wird.
  • Das erneute Auftreten von Arbeitstieren einige Wochen später wird deshalb allzuoft als "Neubefall" bewertet.
  • Das offene Ausbringen von Insektiziden ist somit nur eine Vergrämung.

Tilgung des Ameisenvolkes nach oben

  • Entscheidende Voraussetzung zur Tilgung eines Ameisenvolkes ist der Einsatz wirksamer Ameisenköder und deren sachgerechter Einsatz.
  • Beim Köderverfahren wird der Köder zunächst von den Arbeiterinnen aufgenommen ohne sie zu schädigen.
  • Erst wenn er an Königin(nen) und Larven verfüttert wird, entfaltet er seine Wirkung.
  • Zunächst sollte mit einem unbegifteten Köder angeködert werden - bei Pharaoameisen mit frisch durchgedrehter Schweineleber, bei Hausameisen (Lasius-Arten) mit leicht gährender Zuckerlösung.
  • Anschließend wird der belaufene, angenommene Köder durch Fraßgiftköder ausgetauscht.


Für die Bekämpfung wichtige Fakten: nach oben
 

  • Ameisen sind staatenbildend, d.h. sie sind zur Bildung eines Volkes mit sozialem Zusammenhang fähig mit einer Funktionsaufteilung innerhalb der Individuen.
  • Ameisenvölker mit ihren Königinnen nisten versteckt und entziehen sich meist dem direkten Zugriff.
  • Die Nistbereiche haben keine feste Abgrenzung wie bei Bienen, sondern sie durchziehen den Boden bzw. das Material tunnelartig.
  • Es treten nur die Arbeitstiere in Erscheinung


Entwicklung eines Ameisenvolkes nach oben

  • Juli: die Ameisenkönigin wird begattet 
  • Oktober: unter günstigen Lebensbedingungen hat sich ein Stamm von Arbeitstieren entwickelt 
  • Dezember: das Volk liegt in Kältestarre bei Völkern in Gebäuden beginnen die Frühjahrsaktivitäten schon jetzt 
  • Mai: die ersten Aktivitäten beginnen mit den warmen Epochen der Frühlingsmonate 
  • Juli: die Anzahl der Individuen des Volkes hat erheblich zugenommen

  • Je nach Individuenstärke des Volkes kann es bereits im 3. Jahr zur Heranbildung der ersten neuen geflügelten Geschlechtstiere kommen.
  • In den folgenden Jahren nehmen solche Völker weiter an Individuen zu, auch wenn sie sich in den Wintermonaten reduziert.
  • Jährlich bilden sich jetzt hunderte weibliche und männliche Geschlechtstiere, die das Nest zum Hochzeitsflug verlassen.
  • Die Königin bleibt über viele Jahre (bis 10 Jahre bei einigen lasius niger Arten) existent.
  • Bei Ameisenarten mit mehreren Königinnen (Pharaoameisen) ist die Lebensdauer wesentlich kürzer.


Lebensweise der Ameisen (bekämpfungstechnisch) nach oben

Die Arbeiterinnen haben 3 verschiedene Aktvitätsbereiche, die innerhalb von Gebäuden vor allem bekämpfungstechnisch voneinander zu unterscheiden sind.

  • 1. Der Nist-Nest-Bereich mit dem Sitz der Königinnen und den pflegerischen Aktiviäten der Arbeiterinnen liegt meist versteckt und ist nicht zugänglich. Hier setzen Maßnahmen zur Tilgung des Ameisenvolkes an.
  • 2. Der Raum selbst, aus dem von den Arbeitstieren Nahrung und Wasser in den Nistbereich getragen werden. Der Raum teilt sich "bekämpfungstechnisch" noch in den verdeckten, unzugänglichen und in den offenen, zugänglichen Bereich. Ein Befall kann jahrelang nicht erkannt werden, wenn die Arbeitstiere nur den verdeckten Bereich benutzen. Erst sichtbare Laufstraßen weisen schließlich auf einen Befall hin.
     

Erst eine Aufgliederung der Tätigkeiten von Ameisen Arbeitstieren in die 3 Bereiche

  • Nist-Nest-Bereich
  • offener Bereich
  • verdeckter Bereich

    läßt eine Bewertung der gegen Ameisen möglichen Vergrämungs- und Bekämpfungsmaßnahmen zu.

    Bekämpfungstechnisch ergibt sich hieraus, daß alle Maßnahmen zur Tilgung des Ameisenvolkes die Königinen und Larven treffen müssen, aber gezielt nur im offenen Raumbereich mit Fraßgiftködern eingeleitet werden können.

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